Der Unbekannte

»Die Worte des Fremden ließen mich nicht los: „Du bist diejenige.“ Wer war er, und was wollte er von mir? Sein Blick hatte eine Mischung aus Warnung und Entschlossenheit in sich getragen, die mir einen Schauer über den Rücken jagte.

Nathan war angespannt, seit ich ihm von der Begegnung erzählt hatte. Seine sonst so ruhige Fassade war gebrochen, und ich spürte, dass er mehr wusste, als er zugab.

› Die Jagd beginnt

‚Wir müssen ihn finden,‘ sagte Nathan, als wir uns später am Tag auf der Lichtung trafen.

‚Warum?‘ fragte ich. ‚Er hat mir nichts getan.‘

Nathan schüttelte den Kopf. ‚Noch nicht. Aber wenn er dich beobachtet hat, bedeutet das, dass er dich finden will. Und wir müssen herausfinden, warum, bevor er es tut.‘

Wir beschlossen, im Wald zu suchen, an dem Ort, wo ich ihn zuletzt gesehen hatte. Die Schatten der hohen Bäume schienen dichter als sonst, und die Luft war von einer unheimlichen Stille erfüllt.

Nathan bewegte sich mit der Präzision eines Jägers, während ich ihm folgte. Doch obwohl wir die Gegend absuchten, fanden wir keine Spur von dem Fremden.

› Helena enthüllt ein Geheimnis

Zurück im Blackwood-Anwesen erzählten wir Helena von der Begegnung. Ihre Reaktion war unerwartet – sie wirkte nicht überrascht, sondern eher... besorgt.

‚Ich hatte gehofft, dass wir mehr Zeit hätten,‘ murmelte sie und legte ihre Hände auf die Armlehnen ihres Sessels.

‚Du weißt, wer er ist,‘ sagte Nathan, und seine Stimme war schärfer, als ich sie je gehört hatte.

Helena nickte langsam. ‚Ich habe eine Vermutung. Wenn es der Mann ist, von dem ich denke, dass er es ist, dann ist das eine neue Bedrohung.‘

Ich setzte mich ihr gegenüber. ‚Wer ist er?‘

Helena seufzte und sah mich an. ‚Sein Name ist Lucian. Er war einst ein Verbündeter unserer Familie, bevor er uns verraten hat. Er hat jahrelang versucht, die Dunkelheit zu kontrollieren – für seine eigenen Zwecke.‘

‚Und jetzt sucht er mich?‘ fragte ich.

‚Er sucht die Dunkelheit,‘ antwortete Helena. ‚Und da du sie trägst, wird er nicht aufhören, bis er bekommt, was er will.‘

› Ein gefährlicher Plan

Nathan und ich verließen das Anwesen mit einem Plan. ‚Wenn er dich will,‘ sagte Nathan, ‚müssen wir ihn zu uns locken.‘

Ich blieb stehen und sah ihn ungläubig an. ‚Du willst mich als Köder benutzen?‘

Nathan drehte sich zu mir um, seine Augen funkelten entschlossen. ‚Ich werde nicht zulassen, dass dir etwas passiert, Sophie. Aber wir können ihn nicht jagen, wenn er sich versteckt. Er muss denken, dass er die Kontrolle hat.‘

Ich zögerte, doch ich wusste, dass er recht hatte. ‚Okay,‘ sagte ich schließlich. ‚Aber wenn etwas schiefläuft...‘

‚Es wird nicht,‘ sagte Nathan. ‚Ich bin bei dir.‘

› Die Falle

Wir kehrten in den Wald zurück, an den Ort, wo ich Lucian zuletzt gesehen hatte. Dieses Mal war ich allein, während Nathan sich in den Schatten verbarg, bereit, einzugreifen.

Die Minuten zogen sich endlos hin, und ich begann, an unserem Plan zu zweifeln. Doch dann hörte ich es – Schritte, die sich mir näherten.

Lucian trat aus den Schatten, und mein Atem stockte. Er wirkte größer und bedrohlicher als in der Nacht zuvor, und seine Augen schienen mich zu durchdringen.

‚Sophie,‘ sagte er mit einer Stimme, die gleichzeitig beruhigend und beängstigend war. ‚Ich wusste, dass wir uns wiedersehen würden.‘

Ich hielt meinen Blick fest. ‚Wer bist du?‘

Lucian lächelte schwach. ‚Jemand, der die Dunkelheit versteht. Jemand, der weiß, was du bist – und was du sein könntest.‘

‚Und was ist das?‘ fragte ich, obwohl ich die Antwort fürchtete.

Lucian trat näher, und seine Stimme wurde leiser. ‚Du bist der Schlüssel, Sophie. Der Schlüssel zu einer Macht, die diese Welt verändern könnte. Aber dafür musst du die Dunkelheit vollständig akzeptieren.‘

› Nathan greift ein

Bevor ich antworten konnte, sprang Nathan aus den Schatten. Mit einem einzigen Schritt stellte er sich zwischen Lucian und mich, seine Augen funkelten vor Zorn.

‚Bleib weg von ihr,‘ sagte er, und die Dunkelheit begann, sich um ihn zu sammeln.

Lucian hob die Hände, als wolle er Frieden signalisieren. ‚Ich bin nicht hier, um zu kämpfen, Nathan. Ich bin hier, um Sophie eine Wahl zu geben.‘

‚Welche Wahl?‘ fragte ich und trat neben Nathan.

Lucians Blick traf meinen. ‚Du kannst lernen, die Dunkelheit zu kontrollieren – nicht so, wie die Blackwoods es tun, sondern vollständig. Du könntest sie beherrschen, ohne Angst vor ihren Schatten zu haben.‘

‚Und was willst du im Gegenzug?‘ fragte Nathan scharf.

Lucian lächelte. ‚Nur, dass sie ihr Potenzial erkennt.‘

› Eine ungewisse Zukunft

Lucian drehte sich um und verschwand in den Schatten, bevor Nathan ihn aufhalten konnte. ‚Das ist noch nicht vorbei,‘ sagte Nathan, seine Stimme angespannt.

Ich spürte, wie sich die Dunkelheit in mir regte, als hätte sie Lucians Worte gehört. Ein Teil von mir wollte ihn ignorieren, doch ein anderer Teil fragte sich, ob er recht hatte.

War ich wirklich der Schlüssel zu etwas Größerem? Und wenn ja, war ich bereit, die Dunkelheit vollständig anzunehmen?

Eine Antwort hatte ich nicht. Aber ich wusste, dass Lucian zurückkommen würde. Und wenn er es tat, würde ich bereit sein.«

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