Dunkle Offenbarung

»Ich konnte die Worte von Nathans Mutter, Helena, nicht vergessen: „Manchmal sind die Antworten, die wir suchen, nicht die, die wir hören wollen.“ Sie hallten in meinem Kopf wider, als ich in der Nacht wach lag und auf die Schatten an meiner Decke starrte.

Es war klar, dass die Blackwoods mehr über mich wussten, als sie zugaben. Und ihre Welt war zweifellos anders – gefährlich anders. Aber was bedeutete das für mich?

Am nächsten Morgen entschied ich, dass ich nicht länger warten konnte. Ich musste die Wahrheit herausfinden.

› Emma wird skeptisch

In der Schule erzählte ich Emma von meinem Besuch bei den Blackwoods. Ihre Reaktion war genauso, wie ich es erwartet hatte – ein Mix aus Schock und Faszination.

‚Du warst bei ihnen zu Hause?‘ flüsterte sie und zog mich in eine ruhigere Ecke des Flurs.

‚Ja, Nathan hat mich eingeladen,‘ sagte ich.

Emma schüttelte den Kopf. ‚Das ist nicht gut, Sophie. Niemand wird einfach so von den Blackwoods eingeladen.‘

‚Was meinst du damit?‘ fragte ich.

‚Sie bleiben unter sich,‘ erklärte Emma. ‚Wenn sie jemanden in ihre Welt lassen, dann bedeutet das etwas. Aber das ist nichts Gutes.‘

‚Was sollen sie mir schon antun?‘ fragte ich, obwohl ich die Antwort nicht wirklich hören wollte.

Emma zögerte, dann flüsterte sie: ‚Es gibt Geschichten, Sophie. Alte Geschichten über die Blackwoods. Über das, was sie wirklich sind.‘

› Ein weiteres Treffen mit Nathan

Ich hatte nicht erwartet, Nathan nach der Schule zu sehen, doch da war er, lehnte lässig an meinem Spind.

‚Du gehst mir nicht aus dem Weg,‘ bemerkte ich und versuchte, meine Überraschung zu überspielen.

‚Warum sollte ich?‘ fragte er mit einem leichten Lächeln, doch seine Augen waren ernst. ‚Du hast Fragen. Und vielleicht ist es an der Zeit, dass ich dir ein paar Antworten gebe.‘

Ich zog meine Tasche über die Schulter. ‚Dann fang an.‘

Er nickte in Richtung der Türen. ‚Nicht hier. Komm mit.‘

› Im Schutz der Dunkelheit

Nathan führte mich zu einem abgelegenen Platz am Rand des Waldes, wo die Geräusche der Stadt kaum noch zu hören waren. Der Mond hing tief am Himmel, und die Bäume warfen lange Schatten über den Boden.

‚Was möchtest du wissen?‘ fragte er, während er sich an einen Baum lehnte.

‚Was ist mit deiner Familie los, Nathan? Was versteckt ihr?‘

Er sah mich lange an, als überlegte er, wie viel er mir anvertrauen konnte. Schließlich sprach er, seine Stimme leise, aber fest: ‚Wir sind nicht wie die anderen hier, Sophie. Wir gehören nicht wirklich zu dieser Stadt – wir gehören nicht einmal wirklich zu dieser Welt.‘

Mein Atem stockte. ‚Was meinst du damit?‘

Er trat näher, sein Blick durchdringend. ‚Meine Familie hat eine Gabe, Sophie. Eine Macht, die uns anders macht. Sie ist ein Teil von uns, aber sie hat ihren Preis.‘

‚Welche Macht?‘ fragte ich, mein Herz schlug schneller.

Nathan zögerte, dann flüsterte er: ‚Wir können die Dunkelheit kontrollieren. Sie gehorcht uns – aber sie verlangt auch ihren Tribut.‘

› Ein gefährliches Angebot

Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Seine Worte klangen wie etwas aus einem Märchen, doch in seinem Ton lag eine Ernsthaftigkeit, die mich erschreckte.

‚Warum erzählst du mir das?‘ fragte ich schließlich.

‚Weil du die Einzige bist, die nicht wegläuft,‘ sagte Nathan. ‚Die Einzige, die nicht von der Wahrheit abgeschreckt wird.‘

‚Und was, wenn ich jetzt gehe?‘ fragte ich, obwohl ich die Antwort schon wusste.

Er trat noch näher, und ich konnte die Wärme seiner Nähe spüren. ‚Dann würdest du die Wahrheit nie erfahren. Und die Wahrheit ist, dass du längst ein Teil davon bist, Sophie.‘

‚Ein Teil wovon?‘ flüsterte ich.

Nathan hielt inne, dann sagte er: ‚Die Dunkelheit hat dich ausgewählt. Und das bedeutet, dass du dich entscheiden musst: Bleibst du in der Sicherheit deiner alten Welt, oder trittst du in meine ein?‘

› Ein schwerer Entschluss

Ich wusste, dass ich an einem Scheideweg stand. Nathans Welt war gefährlich, voller Geheimnisse, die ich vielleicht nie ganz verstehen würde. Doch sie zog mich an wie ein Feuer, das man nicht ignorieren konnte.

‚Wenn ich bleibe,‘ sagte ich schließlich, ‚was passiert dann?‘

Ein schwaches Lächeln huschte über sein Gesicht. ‚Dann wirst du sehen, was die Dunkelheit dir zu bieten hat. Aber sei gewarnt: Sie verlangt immer ihren Preis.‘

Ich wusste, dass ich die Grenze bereits überschritten hatte. Es gab kein Zurück mehr.«

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