»Die ganze Nacht über spukte mir Nathans Blick im Kopf herum. Es war nicht nur die Intensität, mit der er mich angesehen hatte, sondern auch das seltsame Gefühl, das er in mir hinterließ – eine Mischung aus Faszination und Unruhe.
Am nächsten Morgen versuchte ich, den Gedanken an ihn abzuschütteln, doch es war schwieriger, als ich erwartet hatte. Selbst als ich die Schule betrat und die Stimmen der anderen Schüler wie ein Summen um mich herum klangen, blieb er in meinem Kopf.
Emma schien meine Ablenkung zu bemerken. ‚Du denkst an ihn, oder?‘ fragte sie mit einem schelmischen Lächeln, als wir unsere Plätze in der Klasse einnahmen.
‚Wen?‘ fragte ich unschuldig.
‚Nathan, natürlich!‘ Sie lachte. ‚Keine Sorge, das geht jedem so. Er hat diese... seltsame Ausstrahlung.‘
‚Das ist eine nette Umschreibung,‘ murmelte ich, während ich meine Bücher auspackte.
› Eine zweite Begegnung
Nach dem Unterricht blieb ich länger in der Bibliothek, um ein Buch für eine Hausaufgabe zu finden. Die alten Regale reichten bis zur Decke, und das Licht war gedämpft, was dem Raum eine fast magische Atmosphäre verlieh.
Ich stand vor einem Regal, als ich plötzlich spürte, dass jemand hinter mir war. Langsam drehte ich mich um – und da war er.
Nathan lehnte an einem Regal in der Nähe, ein Buch in der Hand, aber seine Augen waren auf mich gerichtet.
‚Du bist Sophie,‘ sagte er, ohne eine Frage daraus zu machen.
‚Ja,‘ antwortete ich und war überrascht, wie ruhig meine Stimme klang.
Er trat näher, und ich bemerkte, wie groß er war. ‚Du bist neu hier.‘
‚Das stimmt,‘ sagte ich vorsichtig.
‚Du solltest vorsichtig sein,‘ sagte er plötzlich, seine Stimme leise, aber eindringlich.
Ich runzelte die Stirn. ‚Vorsichtig? Womit?‘
Nathan lächelte leicht, aber da war etwas Bedrohliches in diesem Lächeln. ‚Mit dem, was du nicht verstehst.‘
Bevor ich antworten konnte, war er verschwunden – so leise, dass ich nicht einmal gehört hatte, wie er gegangen war.
› Ein Rätsel namens Nathan
‚Was hat er gesagt?‘ fragte Emma neugierig, als ich ihr später von der Begegnung erzählte.
‚Nur, dass ich vorsichtig sein soll,‘ sagte ich.
‚Das klingt nach ihm,‘ sagte sie mit einem Schulterzucken. ‚Er liebt es, mysteriös zu sein.‘
Doch ich konnte den Eindruck nicht abschütteln, dass seine Warnung mehr als nur eine Spielerei war.
› Ein Schatten in der Nacht
In der Nacht lag ich wach in meinem Bett, während der Wind durch die Bäume vor meinem Fenster rauschte. Irgendetwas an Hollow Falls fühlte sich falsch an – eine unsichtbare Spannung, die in der Luft lag.
Ich setzte mich auf, als ich ein Geräusch hörte. Es klang wie Schritte, die sich meinem Fenster näherten. Mein Herz raste, und ich starrte in die Dunkelheit.
Dann sah ich es – eine Gestalt, die sich unter den Bäumen bewegte, kaum mehr als ein Schatten. Ich wollte schreien, doch ich konnte nicht.
Die Gestalt blieb stehen, und obwohl ich das Gesicht nicht erkennen konnte, wusste ich, dass es Nathan war.
Er sah zu mir hoch, und in diesem Moment spürte ich, dass meine Welt nicht mehr dieselbe sein würde.«
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