8. Neue Welt

Die Wand wurde zerstört, und plötzlich erschien ein Mann. Der Unbekannte hatte dunkelviolette Haare, und seine Augen waren tiefschwarz. In einem unerwarteten Moment erhob er sich in die Luft und ergriff mich. Einen Augenblick lang war ich sprachlos – konnte er wirklich fliegen? Wie war das möglich?

In diesem Augenblick rief die Frau: „Hey, was soll das? Komm sofort zurück!“ Daraufhin züngelte er provokant und grinste.

In seinen Armen getragen, blickte ich in seine tiefschwarzen Augen. Er entführte mich von diesem Ort, und wir schwebten hoch empor. In der Dunkelheit erblickten wir die strahlende Stadt, und die Schönheit dieser Szene war schlichtweg unbeschreiblich.

Vor uns öffnete sich ein beeindruckendes Portal, und er schwebte hinein. Neugierig wandte ich mich an ihn und fragte: „Wo bringst du mich hin?“ Er lächelte geheimnisvoll, ohne mir dabei in die Augen zu schauen, und antwortete: „Das wirst du schon sehen, es wird dir gefallen.“

Als wir durch das Portal traten, wurde ich von einem völlig neuen Anblick überwältigt. Überall um uns herum erstreckte sich eine zauberhafte Welt. Sehenswerte Schlösser, die in den unterschiedlichsten Farben schimmerten und funkelten majestätisch . Die Luft war erfüllt von einem verwunschenen Glanz, der die Szenerie beinahe magisch erscheinen ließ.

„Siehst du, ist es nicht schön?“, fragte er mit einem ansteckenden Lächeln. Ich nickte, während ich meinen Blick über die strahlende Landschaft schweifen ließ. Überall blühten prächtige Blumen in den lebhaftesten Farben, und ich bemerkte, dass es Tag war und die Nacht hinter uns lag. Die warmen Sonnenstrahlen kitzelten behaglich auf meiner Haut.

Er setzte mich sanft auf den Boden und ich drehte mich zu ihm um, immer noch rätselhaft verwirrt über das, was gerade geschah. „Wo hast du mich hingebracht?“, fragte ich und versuchte, meine Gedanken zu ordnen.

Er ließ ein weiteres Lächeln über seine Lippen gleiten und sah mich auffordernd an. „Gefällt es dir hier?“

„Ich habe dich gefragt, wo du mich hingebracht hast!“

„Ich habe dich zu Zarina gebracht, einer Welt, in der seltene Menschen wohnen.“

„Wo?“

„Lass mich dir mal alles erklären, was du wissen musst. Vor etwa 5.000 Jahren haben die Menschen entdeckt, dass es besondere Individuen gibt, die man Zoros nennt. Diese Zoros verfügen über außergewöhnliche Fähigkeiten. Zum Beispiel kann ich fliegen, aber es gibt auch Zoros, die gleich zwei oder sogar drei verschiedene Fähigkeiten besitzen. Da die normalen Menschen und die Zoros nicht zusammenleben konnten und es oft zu Konflikten kam, haben die Zoros beschlossen, eine eigene Welt für sich zu erschaffen. Und genau hier leben wir nun.“

„Das ist wirklich beeindruckend, aber warum hast du mich hierher gebracht?“ fragte ich und sah ihm direkt in die Augen.

„Nun ja, ich habe dich schon eine Weile beobachtet. Ich fand dich interessant und hatte das Gefühl, dass bei dir etwas ganz Besonderes ist“, erklärte er und blickte dabei in die Ferne, als würde er in Gedanken versunken sein.

„Und genau deshalb hast du mich an diesen Ort gebracht? Nur weil du mich interessant findest?“ erwiderte ich skeptisch.

„Ja, genau“, bestätigte er mit einer gewissen Unschuld in seiner Stimme.

„Bist du dir eigentlich bewusst, dass ich eine Familie und Freunde habe, die sich um mich sorgen? Außerdem habe ich noch einen Job, der auf mich wartet“, gab ich ihm zu bedenken und konnte die Besorgnis in meiner Stimme nicht ganz verbergen.

„Okay, ich bringe dich zurück nach Hause“, sagte er schließlich, als hätte ihn meine Antwort zum Nachdenken gebracht.

Er hob mich sanft in seine Arme und schwang sich dann in die Luft, um in Richtung Portal zu fliegen. Doch plötzlich geschah etwas Unerwartetes: Das Portal vor uns schloss sich mit einem lauten Knall.

„Ups“, murmelte er verlegen.

„Was soll das heißen?“, fragte ich überrascht und aufgebracht. In mir brodelte eine Mischung aus Verwirrung und Ärger. Wer weiß, wie lange ich nun hier feststeckte, und er schien so gelassen zu bleiben, während ich mir Sorgen um meine Lieben machte.

„Es ist besser für mich“, flüsterte er leise, fast unhörbar.

„Was hast du gesagt?“ fragte ich, als ich versuchte, seinen Blick zu fangen.

„Nichts“, antwortete er abweisend, als ob er etwas Wichtiges hätte sagen müssen, sich aber dazu nicht in der Lage fühlte.

„Wie kommen wir wieder zurück?“, wollte ich wissen, meine Stimme zitterte vor Ungewissheit.

„Garnicht“, kam die kurze, prägnante Antwort.

„Was soll das heißen?“, fragte ich, als in mir ein erster Anflug von Panik aufstieg.

„Naja, jedes Jahr schließt das Portal für einen Monat. Man kann nicht mehr hinaus, aber hinein kann man“, erklärte er, als ob das alles ganz normal wäre.

Ich seufzte tief und war frustriert. Warum passierte das ausgerechnet mir? Warum war ich hier gefangen in einer Situation, die ich nicht verstanden hatte?

Sein Blick wurde nachdenklich, ich spürte, dass er mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte. Ich überlegte fieberhaft, was ich jetzt tun sollte.

„Sieht so aus, als müsstest du wohl hier bleiben“, stellte er fest.

„Gibt es keinen anderen Weg? Gibt es echt keine Möglichkeit, wieder hinauszukommen?“, fragte ich erneut, die Hoffnung in meiner Stimme sichtbar.

„Leider nicht“, sagte er und ein schelmisches Grinsen huschte über sein Gesicht. Es war ein Ausdruck, den ich nicht ganz deuten konnte, der mir aber unangenehm war.

„Was grinst du da so?“, erkundigte ich mich skeptisch.

„Ach, nichts“, antwortete er, als wäre es nicht der Rede wert.

Ich sah ihn verwirrt an und fühlte mich, als würde ich in einem Spiel gefangen sein, dessen Regeln ich nicht verstanden hatte. War das alles wirklich geschehen oder war es nur ein albtraumhafter Scherz?

„Ich werde ein Zimmer für dich vorbereiten. Du kannst mitkommen, es ist nicht weit weg, wir können zu Fuß gehen.“ Diese Worte schallten in meinem Kopf, während wir durch einen Garten schlenderten, der in voller Blüte stand. Überall um uns herum tanzten bezaubernde Schmetterlinge von Blume zu Blume. Die Farbenpracht und der süße Duft der Blumen ließen mich für einen Moment alles um mich herum vergessen. Ich fühlte mich wie in einem Traum und wünschte mir, ich könnte hier einfach bleiben und die Schönheit dieser Szenerie in mich aufnehmen. Doch gleichzeitig überkam mich ein Gefühl der Traurigkeit, denn ich würde Mikey, meine Mutter und Levi zurücklassen. Wie würde es Mikey ohne mich ergehen?

„Hier wirst du wohnen, zusammen mit ein paar anderen. Leider werde ich nicht dabei sein.“ Ich wurde nachdenklich. Fragen schossen mir durch den Kopf, doch ich entschied mich vorerst, nicht nachzufragen. Stattdessen ließ ich meinen Blick über das majestätische Schloss wandern, das sich vor uns erhob. Es war golden und funkelte in der Sonne, als wäre es aus purem Licht gemacht. Die Schönheit des Anblicks überstieg meine Vorstellungskraft, und ich fand keine Worte, die dieser prachtvollen Szene gerecht werden konnten. Es war, als ob das Schloss ein Geheimnis bewahrte, das nur darauf wartete, von mir entdeckt zu werden. Inmitten der Aufregung verspürte ich eine Mischung aus Neugier und Wehmut.

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Comments

🐶Rauudi the "WerDekkel"🐶™

🐶Rauudi the "WerDekkel"🐶™

😉
Violette Augen sind interessanter als tiefschwarze, den Schwarz bewirkt als fiel man in ein schwarzes Loch ohne Boden!!!
😵‍💫

2025-01-11

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