Ich öffnete meine Augen und wurde von einer unangenehmen Überraschung geweckt: Mein Bett war ganz nass. „Entweder hat mein Bett angefangen zu weinen, oder ich bin ein wandelndes Rätsel“, murmelte ich vor mich hin, um den Schock zu mildern. In dem Moment wurde mir bewusst, dass ich meine Hand instinctiv vor meinen Mund hielt, denn ich bemerkte erst jetzt, dass Kaijo noch im Zimmer schlief. Normalerweise war er der Erste, der morgens aufwachte.
Erleichtert stellte ich fest, dass er noch nicht wach war. Eilig machte ich mich daran, mein Bett neu zu beziehen, während ich darüber nachdachte, wie es zu diesem Missgeschick kommen konnte. Ich konnte es mir beim besten Willen nicht erklären. Plötzlich spürte ich etwas Nasses an meiner Hand, und als ich genauer hinschaute, bemerkte ich, dass aus meiner Hand Wasser spritzte. Verwundert betrachtete ich das Phänomen und versuchte, den Ursprung des Wassers zu ergründen.
In der die Situation, in der ich mich befand, ziemlich unauffällig schien. Nur sehr wenig trat aus, aber dann, auf einmal, geschah es: Eine Flut ergriff mich, als würde ich einen Eimer mit Wasser umkippen. Die Strömung war unerwartet und überwältigend, und ich fühlte den Druck, der sich aufbaute. In einem verzweifelten Versuch, das Chaos zu verbergen, nahm ich ein Tuch zur Hand, um das Wasser zu stoppen oder zumindest zu dämpfen. Doch es gelang mir nicht. Das Wasser strömte unaufhörlich weiter und begann, auch aus meiner anderen Hand zu sickern.
Während ich versuchte, die Situation zu begreifen, bemerkte ich, wie sich das Zimmer um mich herum allmählich füllte. Das Wasser stieg und stieg, bis es fast bis zur Hälfte des Raumes reichte. Es war, als würde ich in eine eigene Welt eintauchen. Zu allem Überfluss schien die Flut auch Kaijo zu erreichen, der plötzlich aufwachte und mit einem verwirrten Blick auf mich starrte.
„Was ist hier passiert?“ fragte er, seine Stimme klang besorgt und verwundert zugleich.
„Ich weiß es auch nicht“, antwortete ich ihm, während ich weiterhin versuchte, die Kontrolle über das Geschehen zurückzugewinnen. In meinem Inneren wuchs das Gefühl der Unsicherheit, und ich fragte mich, was die Ursache für diesen plötzlichen Ausbruch sein könnte. Es war ein Gefühl der Hilflosigkeit, das mir den Atem raubte.
Er nahm meine Hand und betrachtete sie. Doch dann hörte es auf.
„Ich glaube, das ist deine Fähigkeit, aber du hast sie noch nicht im Griff. Warte hier, ich bringe dir etwas“, sagte er und ging eilig hinaus.
Das Wasser ist jetzt im Flur.
Nach einer Weile kam Kaijo auch wieder zurück, und zwar mit jemandem.
„Wen hast du mitgebracht?“, fragte ich ihn.
„Er kann alles verschwinden lassen.“
Dann machte er das Wasser weg.
„Danke, aber bitte erzähl es niemandem, ich habe es noch nicht im Griff.“
Er nickte und ging.“
„Hier, ich habe etwas mitgebracht – ein Verband, durch den kein Wasser kommt. Ich binde ihn um deine beiden Hände.“
„Danke.“
Er nahm meine Hand und wickelte es um sie.
Nachdem er seine Aufgaben abgeschlossen hatte, begab er sich ins Badezimmer, um sich frisch zu machen. Währenddessen nutzte ich die Gelegenheit, um mich ebenfalls für das Frühstück vorzubereiten. Ich ging durch die notwendigen Schritte, um mich für den Tag bereitzumachen, bevor ich mich schließlich auf den Weg machte, um gemeinsam zu frühstücken.
Auf dem langen Flur bemerkte ich Levi und entschloss mich, zu ihm zu gehen. „Guten Morgen, Levi“, begrüßte ich ihn freundlich. „Guten Morgen“, erwiderte er mir höflich. Spontan spürte ich den Drang, mit ihm zu teilen, was mich beschäftigt hatte. „Ich hatte einen Albtraum“, gestand ich nachdenklich und ließ den Blick nach unten wandern. Levi, der mir aufmerksam in die Augen schaute, fragte: „Worüber ging es?“
Nach einer kurzen Pause und dem Sammeln meiner Gedanken setzte ich an, „Es ging darum, dass…“, und ich zögerte, bevor ich fortfuhr, „dass Ren gestorben ist.“ Ich war mir nicht sicher, wie Levi auf diese unerfreuliche Nachricht reagieren würde, doch zu meiner Überraschung betrachtete er mich nicht nur verständnisvoll, sondern nahm auch meine Hand in seine, während er den Blick auf den Boden senkte.
Seine Worte trafen mich wie ein Schlag: „Amara, das war kein Traum“, sagte er mit einer Traurigkeit in der Stimme, die mich sofort verunsicherte. Ich zog ruckartig meine Hand zurück und fühlte einen Anflug von Panik. „Was?“, fragte ich, seine Worte resonierten in meinem Kopf. Verwirrt und enttäuscht wandte ich mich von ihm ab und begann zu gehen.
„Warte, Amara!“, rief er hinter mir, und sein Hilferuf blendete mir die Umgebung aus. „Nein, ich muss es erst realisieren,“ sagte ich und wandte mich ab, ohne einen Moment innezuhalten. Mit einem schweren Herzen ging ich in mein Zimmer, wo ich mich auf mein Bett setzte und in Gedanken versank. Was mache ich hier eigentlich? Diese Frage schwirrte unaufhörlich in meinem Kopf herum. Ich hatte nie vorgehabt, in dieser Situation zu enden, und jetzt fühlte ich mich verloren.
In meinen Erinnerungen schossen Bilder von Mikey hoch – seinen schwarzen Haaren, die immer so wirr standen, und seinen wunderschönen grauen Augen, die mich oft anlächelten. Ich weiß, dass es ihm gut geht, aber gleichzeitig verspüre ich eine unstillbare Sehnsucht, bei ihm zu sein. Die Zeit, die wir miteinander verbracht haben, lässt mich nicht los. Ich vermisse unsere gemeinsamen Momente und den Trost, den ich in seiner Nähe gefunden habe.
Hier, wo ich jetzt bin, gefällt es mir zwar in gewisser Hinsicht. Ich genieße die kleinen Dinge wie Lesen, Essen oder Shopping, die einfache Freude daran, Zeit mit mir selbst zu verbringen. Doch trotz der angenehmen Ablenkungen überkommt mich oft ein Gefühl der Beklemmung. Hier passiert ständig etwas Schreckliches, und das macht es schwer, zur Ruhe zu kommen. Diese ständigen Erlebnisse ziehen an meinen Nerven und lassen mich erkennen, dass ich mich weiterentwickeln und stärker werden muss. Ich kann nicht einfach aufgeben oder nur in den schönen Erinnerungen an Mikey leben. Es ist an der Zeit, mich meinen Ängsten zu stellen und herauszufinden, welchen Weg ich tatsächlich einschlagen möchte.
Ich verspüre eine tiefgehende Angst in mir. Die Vorstellung, dass noch mehr Menschen aus meinem Leben verschwinden, quält mich. Es ist, als ob ich den Boden unter meinen Füßen verliere und mich in einer endlosen Dunkelheit befinde, die mich umschließt. Inmitten dieser Beklemmung werde ich plötzlich von einem leisen Klopfen an der Tür meines Zimmers aus meinen Gedanken gerissen. Doch ich ignoriere es; ich möchte nicht gestört werden.
„Ich habe dir etwas zu essen mitgebracht. Ich stelle es einfach neben die Tür“, höre ich die Stimme von Levi, die durch die Stille dringt. Nach einer kurzen Pause setzt er fort: „Ich weiß, dass du gerade eine schwere Zeit durchmachst und dass es manchmal einfach zu viel ist. Ich lasse dir die Zeit, die du brauchst. Aber wenn irgendetwas ist, komm bitte zu mir. Ich bin immer für dich da, wenn du mich brauchst.“ Mit diesen Worten fällt ein stilles Gewicht zwischen uns, und danach sagt er nichts mehr. Die Atmosphäre ist aufgeladen mit unausgesprochenen Worten, und in diesem Moment fühle ich die Last meiner Einsamkeit noch intensiver.
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22 Episoden aktualisiert
Comments
🐶Rauudi the "WerDekkel"🐶™
Wasser aus der Hand, damit kann man die Flora & Fauna dieser Welt sichern.
😉👍
2025-01-27
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