Ep.2

Es war Vollmondnacht, und Freya war fasziniert von der Schönheit des Mondes, der hell am Himmel leuchtete und den Wald mit einem silbernen Schleier überzog. Das sanfte Licht schien sie zu hypnotisieren und zog sie auf unwiderstehliche Weise an. Ihr fester Blick auf den Mond ließ alles um sie herum verblassen; Geräusche, Gerüche und sogar die Zeit schienen zu schwinden. Ohne nachzudenken, verließ sie ihren Unterschlupf und bewegte sich auf den vom Mondlicht verzauberten Wald zu, als würde sie von einer unsichtbaren Kraft geführt.

Während Freya voranschritt, pulsierte die Atmosphäre um sie herum mit einer pulsierenden Energie. Das Rascheln der Blätter und die fernen Rufe der Tiere bildeten eine Symphonie, die in ihrem Herzen widerhallte. Der Mond, hoch und majestätisch, schien uralte Geheimnisse zu flüstern, und Freya konnte dem mystischen Ruf, der von ihm ausging, nicht widerstehen.

In dieser Nacht waren die Wölfe euphorisch, nervös und hungrig. Der Einfluss des Mondes machte sie instinktiver und weckte die Wildheit und Aufregung, die in ihnen schlummerte. Es war eine Nacht der Jagd.

Orion, Lucky und ihr Rudel verwandelten sich und nahmen ihre majestätischen Wolfsgestalten an. Mit Fellen, die im Mondlicht glänzten, boten sie einen beeindruckenden Anblick. Orion, der Alpha, strahlte Macht und Entschlossenheit aus, während Lucky die Gruppe anführte und ihr ungezähmter Geist sie durch den Wald führte. Gemeinsam stürzten sie sich durch die Vegetation und bewegten sich mit Geschmeidigkeit und Anmut, jeder Schritt sorgfältig berechnet, auf der Suche nach ihrer Beute.

Während die Wölfe sich auf ihre Jagd begaben, blieb Freya wie in Trance stehen und beobachtete, als hätte der Mond sie in seinen Bann gezogen.

Als die junge Frau tiefer in den Wald vordrang, wurde die Schönheit der Nacht plötzlich von Schrecken abgelöst. Plötzlich begegnete sie zwei Männern aus ihrem ehemaligen Dorf, vertraute Gestalten, die ihr nun fremd und bedrohlich erschienen. Sie erkannten sie nicht, und das Glänzen in ihren Augen spiegelte eine Mischung aus Verwirrung und Feindseligkeit wider.

"Nein, bitte!", schrie sie entsetzt, während der Instinkt sie zur Flucht antrieb. Die Männer, im Glauben, sie sei eine der Kreaturen der Nacht, begannen sie zu verfolgen, ihre Stimmen hallten durch die Dunkelheit.

"Wir bringen sie um!", sagte der eine zum anderen, und Freyas Herz raste vor Angst, die sie lähmte. Sie rannte mit aller Kraft, die Äste und Dornen des Waldes zerrissen ihre Haut, aber der Schmerz war eine nebensächliche Sorge im Vergleich zu dem Drang zu entkommen.

In der Ferne stürmten die Wölfe durch den Wald, auf der Suche nach der ersten Beute der Nacht. Orion spürte in seiner Wolfsgestalt das Adrenalin durch seine Adern pulsieren, während seine Instinkte ihn leiteten. Doch plötzlich, während er rannte, hörte er einen Schrei, der wie eine scharfe Klinge die Dunkelheit durchdrang.

"Hilfe!", hallte die weibliche Stimme in seinem Kopf wider, mehrmals wiederholt, als würde sie nach ihm rufen.

Orion blieb abrupt stehen und kehrte in seine menschliche Gestalt zurück, überrascht von dem Geräusch, das ihn erreichte. Er blickte sich um und versuchte, die Quelle der verzweifelten Bitte zu orten.

"Hilfe!", wiederholte sich die Stimme, nun näher, voller Entsetzen.

Lucky, der bemerkte, dass Orion stehen geblieben war, kehrte ebenfalls in seine menschliche Gestalt zurück und näherte sich ihm besorgt.

"Was ist los?", fragte er.

"Hörst du das?", erwiderte Orion, die Dringlichkeit in seiner Stimme unüberhörbar.

"Was denn?", fragte Lucky stirnrunzelnd.

"Diese Stimme!", rief Orion aus und schloss für einen Moment die Augen, während er einen süßen Duft wahrnahm, der in der Luft lag, vermischt mit dem Geruch von Blut. Diese Kombination verwirrte ihn, doch der Beschützerinstinkt begann ihn zu beherrschen.

"Hört ihr das?", fragte er die anderen Wölfe, die in der Nähe waren.

Alle schüttelten den Kopf, doch die Entschlossenheit des Alphas wuchs. Er spürte, dass er handeln musste.

"Los!", entschied er und verwandelte sich wieder in einen großen schwarzen Wolf, majestätisch und mächtig. Er rannte auf die Stimme zu, die um Hilfe rief, während sein Rudel ihm folgte und einstimmig rannte, jeder Einzelne spürte die Dringlichkeit der Mission, die sich ihnen bot.

Freya, immer noch auf der Flucht, spürte, wie sich die Luft um sie herum veränderte. Das Geräusch der Schritte der Männer hinter ihr wurde immer leiser, doch das Gefühl, verfolgt zu werden, verschwand nicht. Der verzweifelte Schrei, den sie ausstieß, schien im Wald widerzuhallen, und die Angst verzehrte sie. Gleichzeitig keimte eine neue Hoffnung auf, wie ein Leuchtfeuer in der Dunkelheit, und sie fragte sich, ob jemand ihr zu Hilfe kommen würde.

Währenddessen stürmten Orion und sein Rudel durch den Wald, geleitet von der Stimme, die um Hilfe rief, bereit, sich jeder Gefahr zu stellen, die im Schatten lauerte.

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