FOUL 006

Nach einer halben Stunde war Devin auf dem Weg ins Krankenhaus, begleitet von einem Rettungsteam, nachdem er aufgrund des hohen Blutverlusts das Bewusstsein verloren hatte. Das kleine Mädchen war aus dem Aufzug gerettet worden, doch sie weinte heftig, traumatisiert von der Angst, mit einer vermeintlichen Leiche in einem engen Raum gefangen gewesen zu sein.

Kurz bevor Devin das Bewusstsein verlor, hatte er dem Mädchen eine kleine Halskette in Form eines Fußballs gegeben. Auf ihr war sein Name rückwärts eingraviert – ein letzter Versuch, sie zu beruhigen.

Nun lag er im Operationssaal, während die Ärzte daran arbeiteten, die Glassplitter aus seinem Rücken zu entfernen. Vor der Tür standen Sara, Miranda und sein Freund Lian. Sara betrachtete Lian aufmerksam und fragte ihn schließlich:

„Kennst du ihn gut?“

Lian antwortete nervös:

„Ja, er ist mein Freund.“

Sara verschränkte die Arme und fragte scharf:

„Warum hast du ihn nicht davor gewarnt, dass der Aufzug in diesem Gebäude fast täglich kaputt geht?“

Lian fuhr sich mit der Hand durch die Haare und erwiderte unsicher:

„Ich wusste nicht, dass er heute kommen würde! Als es an meiner Tür klingelte, dachte ich, es wäre nur der Lieferdienst.“

Sara schüttelte leicht den Kopf und murmelte:

„Mal sehen, wohin uns dieses Ereignis noch führen wird…“

Nach einer Stunde trat der Arzt aus dem OP-Bereich. Die drei sammelten sich um ihn und fragten besorgt nach seinem Zustand. Mit seinem gewohnten Lächeln erklärte der Arzt:

„Er ist in Ordnung. Es gibt keine schweren Verletzungen, allerdings ist noch ein Glassplitter in seinem Nacken, der die Haut durchbohrt hat. Zunächst muss er wieder zu vollem Bewusstsein kommen, damit wir den Eingriff fortsetzen können – wir benötigen die Kraft seines Körpers! Die nächste Operation, um den Splitter zu entfernen, erfolgt morgen früh.“

Der Arzt verließ sie, sie blieben in nachdenklicher Stille zurück. Lian zückte sein Handy und beschloss, seinen älteren Bruder anzurufen. Nur wenige Schritte von ihnen entfernt sprach er:

„Arino, Devin hat sich an seinem Rücken an Glassplittern verletzt. Er hat bereits die erste Operation hinter sich, und morgen früh wird der Splitter aus seinem Nacken entfernt.“

Verwundert fragte der ältere Bruder:

„Wovon redest du? Wie ist das überhaupt passiert?“

Lian entgegnete ruhig:

„Ich erkläre es dir, sobald du ankommst. Ich warte auf dich in der Charité.“

Der Bruder hakte nach:

„Und was macht ihr beide in diesem Gebäude?“

Lian erwiderte:

„Ich erkläre es dir, sobald du hier bist.“

Dann legte er auf und wandte seinen Blick erneut Sara und Miranda zu, die geduldig wartend dort saßen.

Nach einer Stunde entschied sich Sara, ins Haus zurückzukehren, während Miranda beschloss, noch zu bleiben, bis jemand aus der Familie des Verletzten eintrifft, um sich dann ebenfalls auf den Heimweg zu machen. Als Sara das Krankenhaus verließ, stieß sie plötzlich mit einem breit gebauten Mann zusammen, der in Eile war. Er schaute kurz zu ihr, entschuldigte sich hastig und eilte weiter. Sara schenkte ihm zwar keinen Blick, nahm seine Entschuldigung jedoch gelassen an und ging zu ihrem schwarzen Auto.

Im Krankenhaus traf Arino auf Lian, der gerade nach dem Stockwerk gefragt hatte, in dem sich sein jüngerer Bruder befand.

„Wo ist Devin?“

„Noch nicht raus.“

Arino betrachtete sich im Spiegel und fragte:

„Wer ist das?“

„Die Retterin deines Bruders. Eine Frau mit Kopftuch war bei ihr, aber sie hat das Gebäude schon verlassen.“

Mit einem Seufzer legte Arino enttäuscht die Hand an seine Stirn und murmelte:

„Ich bin ihr vorhin begegnet – ich wünschte, ich hätte es früher erfahren!“

„Keine Sorge, bedank dich bei ihre Freundin; sie wird deinen Dank weiterleiten.“

„Wirklich?“

„Natürlich.“

Arino ging zu ihr, woraufhin sie sich erhob.

„Hallo, ich bin Arino, der Bruder des Verletzten.“

Miranda, die diesen Namen schon einmal gehört hatte, zögerte einen Moment, bevor sie antwortete:

„Hallo, ich bin Mira.“

Arino fuhr fort, sichtlich bemüht:

„Ich weiß wirklich nicht, wie ich dir für das Retten meines Bruders danken soll.“

Sie entgegnete:

„Ich habe ihn nicht gerettet – es war meine Freundin, die sich darum gekümmert hat, noch bevor der Krankenwagen eintraf.“

„Wie meinst du das?“ fragte Arino verwundert.

„Entschuldige, ich glaube, ich muss jetzt gehen“, sagte sie kurz, bevor er noch hinzufügen wollte:

„In Ordnung,Auf Wiedersehen.“

Mit diesen Worten verschwand Mira, während

Arino noch immer über die Ereignisse nachdachte.

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